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Politik bedeutet für Gero Hocker "Wettbewerb der Meinungen". Und der hat ihn eigentlich schon immer interessiert. Spaß gehört für ihn auf jeden Fall auch dazu. Und Macht sicher auch. "Man will ja gestalten und die Ideen, die man hat, umsetzen."
Im Achimer Stadtrat und als Kreisvorsitzender der FDP versucht Gero Hocker dies bereits. Jetzt will er einen Schritt weiter: Am 27. Januar kandidiert er für den Niedersächsischen Landtag.
Gespräche über Politik gehörten in seinem Elternhaus von jeher dazu. Sie sind die Wurzeln seines politischen Interesses. Sein Vater, Heinz Hocker, war einer der Gründer des Achimer FDP-Ortsverbandes. Da war die Diskussion am Küchentisch sozusagen programmiert.
Prägend in dieser Hinsicht war für ihn aber auch die Verwandtschaft in der ehemaligen DDR. Als Kind und Jugendlicher erlebte er die Folgen der deutschen Teilung. Er spürte, was es bedeutet, wenn eine Familie durch eine Mauer getrennt wird. "Auch das hat mich zum politischen Menschen gemacht."
Zur eigentlichen Initialzündung für sein politisches Engagement wurde dann die Zeit bei der Bundeswehr. Die Bezeichnung vom "Staatsbürger in Uniform" hat ihn zu der Frage geführt, was eigentlich seine Rolle in der Gesellschaft ist. Damals hat er den Entschluss gefasst, selbst sein Scherflein zum Funktionieren dieser Gesellschaft beizutragen.
Aufgewachsen ist Gero Hocker in Achim. Nach der Grundschule besuchte er die Realschule und, nach der 10. Klasse, das Gymnasium. Im Anschluss an die Bundeswehrzeit hat er an der Universität Bremen Wirtschaftswissenschaft studiert. Derzeit arbeitet er als Vorstandsassistent bei einem Finanzdienstleister in Hannover. Nebenher schrieb er seine Doktorarbeit über die Frage, wie man in einer globalisierten und fragmentierten Welt Wissen effizient managen kann. Seit Dezember steht fest: wenn er den Einzug in den Landtag schafft, wird er dies als Dr. Gero Hocker tun.
Gero Hocker ist mit Leib und Seele Politiker. Dabei sind für ihn Politik und Spaß keineswegs Antipoden. Spaß an Politik zu haben ist für ihn "der oberste Faktor". Bei allem Spaß an der Sache geht es ihm aber um die Suche nach Lösungen und nicht um Karnevalsveranstaltungen, weil von Politik natürlich immer Menschen betroffen sind.
Seine persönlichen Schwerpunkte liegen in der Schul- und die Wirtschaftspolitik. Das dreigliedrige Schulsystem hält er für notwendig, die Gesamtschule lehnt er ab. "Jeder sollte so beschult werden, wie es seinen Fähigkeiten entspricht. Allerdings sollte das dreigliedrige System durchlässiger werden." Die Zahl der Schüler, die die Schulform gewechselt haben, ist nämlich konstant geblieben, obwohl die Entscheidung für eine Schulform in Niedersachsen jetzt schon zwei Jahre früher gefällt wird. "Theoretisch hätte da die Zahl der Wechsler steigen müssen."
In der Etatpolitik sieht Gero Hocker den Bund auf gutem Wege, vermisst jedoch, dass die Kommunen mitziehen. "Gerade jetzt, wo die Steuern sprudeln, sollte man beginnen, die Schulden abzubauen. In Achim zum Beispiel haben wir uns neue Schulen geleistet, obwohl ab 2011 sinkende Schülerzahlen zu erwarten sind." Einzelne Sparinitiativen des Rates sind aus seiner Sicht nicht mehr als Feigenblätter. "Die Nettoverschuldung ist immer weiter angestiegen."
Eng hiermit verbunden ist Gero Hockers Anliegen, den Menschen als Politiker reinen Wein einzuschenken. "Der Bürger wird dies eher honorieren, als wenn ihm Politiker alles versprechen, das dann aber nicht halten."
Ein wichtiger Schwerpunkt ist für ihn auch der Begriff "Eigenverantwortung": "Die Gesellschaft ist an einem Punkt angekommen, an dem der Staat einen Teil der Verantwortung wieder auf seine Bürger rückübertragen muss. Wir haben uns an Leistungen und Standards gewöhnt, die nicht länger haltbar sind." Vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage hält Gero Hocker es für erforderlich und zumutbar, dass der Einzelne wieder mehr Eigenverantwortung für sein Lebensumfeld übernimmt.
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