Auch in Verden gibt es Menschen, die zum Teil seit Jahren in Obdachlosigkeit leben. Die Gründe sind vielfältig.
Da sind zum Beispiel Einzelpersonen, die aus der elterlichen Wohnung fliehen, aus der ehelichen Wohnung verwiesen werden (Opferschutz) oder Alleinerziehende beziehungsweise Paare mit Kindern, die ihre bisherige Wohnung auf Grund von Miet-rückständen räumen müssen.
Diese Menschen werden von der Stadt in eigenen oder angemieteten Häusern und Wohnungen untergebracht. Dazu ist Verden gesetzlich verpflichtet.
Auch wenn sich die Anzahl der Obdachlosen in den letzten Jahren verringert hat, ist sie für uns mit ungefähr 80 Menschen immer noch zu hoch. Einige der Betroffenen leben seit Jahren an beziehungsweise unterhalb der Grenze des soziokulturellen Existenzminimums, mit vielen negativen Auswirkungen gerade auch auf die betroffenen Kinder.
Alleine schaffen es viele der Betroffenen nicht, sich aus dieser sozialen Randlage zu befreien. Sie benötigen zumindest vorübergehend professionelle Unterstützung. Hier setzt die Verdener FDP auf Stadt- und Kreisebene an.
Auch wenn die Verwaltung engagierte Mitarbeiter hat, ist sie dennoch auf die Unterstützung anderer angewiesen. Wir haben beantragt, dass im Rahmen eines befristeten Projektes mit fachkundigen Dritten (zum Beispiel Landkreis, Mediziner, Kirchen, Ambulante Hilfe, Polizei) obdachlose Menschen mit dem Ziel betreut werden, dass unter anderem Ursachen der Obdachlosigkeit behoben werden, so dass sich diese Menschen wieder aus der sozialen Randlage befreien können.
Das wird ein schwerer Weg sein, es wird sicher Misserfolge geben. Gerade auch im Interesse der betroffenen Kinder und Jugendlichen sollten verschiedene Institutionen hier aber wesentlich aktiver als bisher tätig werden, um eine negative Entwicklung zu vermeiden (obdachlos, Schule schwänzen, Schule abbrechen, Arbeitslosigkeit und so weiter). Gelingt es, mehr Menschen als bisher und vor allem nach kürzerer Zeit aus der Obdachlosigkeit herauszuholen, wird sich dies mittelfristig auch positiv auf die kommunalen Haushalte auswirken.
Obdachlosigkeit ist aber auch aus anderen Gründen ein Problem. Von wenigen Obdachlosen (zum Teil von Familien, in der letzten Zeit vermehrt von Einzelpersonen) gingen und gehen massive Störungen aus, worunter in erheblichem Umfang die Nachbarschaft leidet. Dann kommt es auch zu Polizeieinsätzen, worüber die Verdener Aller-Zeitung schon berichtet hat. Ich habe für die FDP seit mehreren Jahren Gespräche mit Menschen aus der Nachbarschaft städtischer Obdachlosenunterkünfte geführt, die sich meines Erachtens zu Recht über das Verhalten Einzelner beschwerten.
Gerade in eng bebauten Wohngebieten wird die Wohnqualität durch Krach am Tage und in der Nacht, Dreck, Alkoholmissbrauch gravierend beeinträchtigt. Auch im berechtigten Interesse dieser Verdenerinnen und Verdener muss die Stadt ihre Obdachlosenpolitik ändern.
Neben der von uns beantragten Betreuung gehört dazu, dass in besonderen Situationen Wohncontainer für die vorübergehende Unterbringung einzelner Obdachloser zur Verfügung stehen. Wenn von diesen gravierende, anhaltende, nicht hinnehmbare Belästigungen des Wohnumfeldes ausgehen, muss es möglich sein, diese Menschen schnell umzusetzen. Dazu sind Wohncontainer geeignet, die dezentral aufgestellt werden und so gelegen sind, dass in der unmittelbaren Nachbarschaft keine anderen Menschen gestört werden können. Ich habe die Verwaltung gebeten, entsprechende Maßnahmen vorzunehmen.
Die Umsetzung unserer Vorschläge wird dann hoffentlich dazu führen, dass nicht nur die Anzahl der Obdachlosen sinkt, sondern auch in einzelnen Straßen die Wohnqualität nachhaltig verbessert wird.