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Der Kirchlintelner Haushalt ist gegen drei Stimmen von zwei SPD-Ratsherren und von mir beschlossen worden, der „Krug“ wird also gekauft werden. Das wird über 1,2 Millionen € kosten und im Investitionsplan sind der Kauf des „Glaspalastes“, sein Abriss und eine Neugestaltung des „Scharnhusen Parks“ für 2009 vorgesehen, wofür noch einige Hunderttausend Euro mehr ausgegeben werden sollen. DieMehrheit und der Bürgermeister wollen eine Straßenseite der L 171 – bis zur Tankstelle – zu einer Perle von mindestens landesweiter Bedeutung machen. Zahlreiche Zuhörer aus dem „Kultur- und Förderverein“ versprachen, hierbei mitzuwirken. Sie sind jetzt in der Pflicht, damit die Gemeinde keinen Event-Manager für den „Krug“ einstellen muss. Diesmal ist nicht nur ein Jahr zu überbrücken, was den Verein nach Presseberichten schon fast an den Abgrund geführt hat, denn der Umbau des „Kruges“ wird bis 2011 dauern. Etwas überrascht war ich, wie sehr Bürgermeister Rodewald für den „Krug“ eintrat. Das kannte ich aus öffentlichen Sitzungen noch nicht. Für den „Krug“ sollen in den nächsten Jahren übrigens keine Steuern erhöht werden – hoffentlich findet man auch keine anderen Gründe.
Die neue City in Rathausnähe darf auf keinen Fall zur Vernachlässigung der anderen Dörfer führen, die nur deshalb so lebendig sind, weil sie für Familien, darunter viele Pendler, attraktiv sind. Ich werde keinen Streichungen bei Kinderbetreuung und Schulen zustimmen – vor allem nicht zu Gunsten eines luxuriösen Gemeindeforums. Auch zum Nahverkehr will der Gemeinderat im Sommer eine Entscheidung treffen. Die Gemeinde kann und muss an den Verdener Stadtbusverkehr angeschlossen werden. Damit Dörfer wie Weitzmühlen oder Otersen nicht benachteiligt werden, muss zugleich das Anrufsammeltaxi wiederbelebt werden. Das wird sicher nicht billig – aber unsere Bürger wollen ja nicht nur ab 2011 jeden Tag in den „Krug“, sondern zwischendurch auch mal zum Facharzt oder zur Arbeit.
Auch in die L 171 muss investiert werden. Eine Zählung hat eine Verkehrsbelastung von 4.700 Fahrzeugen pro Tag ergeben, amtliche Schätzungen nehmen bis zu 6.000 an. Die Unfallzahlen sind seit 2004 von 23 auf jetzt 17 pro Jahr gesunken. Aus Landessicht ist die L 171 deshalb eine schwach bis mittelmäßig befahrene Straße, für die in den nächsten Jahrzehnten bestenfalls die Erhaltung finanziert wird. Der Kreis ist nicht zuständig und hat außerdem 71 Millionen € Schulden. Immerhin könnte jetzt eine Querungshilfe am Ortsausgang nach Visselhövede gebaut werden. Die 50.000 bis 60.000 € müsste wohl die Gemeinde aufbringen, damit im Ort langsamer gefahren wird. Das darf aber nur der Anfang sein, denn es fehlt ja schon lange ein durchgehender Radweg zu den Sportstätten des TSV Brunsbrock. Der wird gewiss teuer, der Radweg nach Kreepen hat z. B. 1,1 Millionen € gekostet. Das ist zwar viel billiger als ein Kulturforum mit Bürgerpark, aber man kann eben nicht alles haben, wenn die Mehrheit ihren „Krug“ braucht.
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