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Am morgigen Freitag (18. April 2008) darf der Kreistag binnen weniger Monate zum zweiten Mal die Aller-Weser-Klinik retten. Wie oft wohl noch? Was steckt hinter der Salamitaktik, der Bevölkerung und den Mitarbeitern immer nur scheibchenweise die Wahrheit zu sagen? Antwort: Dem Landrat als Urheber der gescheiterten Krankenhausfusion und der großen SPD/CDU-Koalition ist daran gelegen, Ruhe zu verbreiten und sich aus politischer Opportunität vor unbequemen Entscheidungen zu drücken. Deshalb will man das Thema Krankenhaus bis nach den Kommunalwahlen 2011 vertagen. Haben wir noch soviel Zeit?
Im September 2007 war im Kreistag von einem letztmaligen Kapitalzuschuss die Rede. Wir Liberalen waren skeptisch, zu Recht wie sich heute zeigt! Als ich danach in einem Leserbrief öffentlich überlegte, ob beide Krankenhäuser zusammen zu retten seien, wurde mir vorgeworfen, unnötige Panik zu machen. Die beiden Volksparteien fühlten sich im Landtagswahlkampf gestört; für die FDP kein Argument! Denn es sind genau diese Parteien, die auf Bundesebene mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) dafür eintreten, mittelfristig 30% der Krankenhausbetten zu streichen. Nehmen wir einmal an, durch die immer modernere Medizin und die damit verbundenen kürzeren Verweilzeiten der Patienten in den Krankenhäusern hätten sie Recht. Was bedeutet das dann für unseren Landkreis?
Ohne ein völlig neuartiges Geschäftsfeld im Bereich der Aller-Weser-Klinik - wonach alle kleinen Kliniken ebenso erfolglos suchen - sind auch hier mittelfristig 30% der Betten nicht finanziert. Daraus wiederum folgt, dass durch die doppelten Gebäude- und Heizkosten die Standorte Achim und Verden dauerhaft unwirtschaftlich bleiben. Aber das darf man nicht öffentlich sagen. Ich frage mich, wie lange der wirklich qualifizierte Geschäftsführer diese politische Bevormundung noch mitmacht oder ob er nicht bald das Handtuch wirft… Das wäre die Bankrotterklärung der politischen Klinikführung durch SPD und CDU!
Nur, welche Alternativen haben wir noch? Was will die FDP? Unbestritten ist, dass kleinere Krankenhäuser kein Vollprogramm mehr leisten können, die Bevölkerung aber erwartet zu Recht, vor Ort eine qualitativ hochwertige (Erst-) Versorgung zu bekommen. Dies ist auf Dauer wirtschaftlich nur möglich, wenn es gelingt, Verden und Achim mit jeweils(!) starken Partnern zu verbinden. So könnte z.B. in Verden eine hochwertige Diagnosemedizin Patienten ortsnah aufnehmen und ggf. zu komplizierten Operationen nach Rotenburg weiterleiten. Wer heute nicht den Mut hat, diese Minimalchance für unser Krankenhaus auszuloten, macht sich des Konkurses 2011 schuldig! Und wer heute dem Verdener Krankenhaus diese Chance der Eingangsmedizin in eigenen Räumen durch ein konkurrierendes(!) Gesundheitszentrum nebenan verbaut, ist nur am schnellen Euro aus dem Immobilienverkauf interessiert und verschandelt obendrein das Burgbergquartier. Wir Liberalen sind gewohnt, langfristig zu denken und setzen dabei auf den kritischen, mündigen Bürger!
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