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Krisensicher zu investieren ist besonders in der Zeit einer Wirtschaftskrise ein Traum. Tausende von Hauseigentümern haben auf ihren Dächern kleine Kraftwerke gebaut. Sie produzieren Strom aus Sonnenenergie und verkaufen ihn an den örtlichen Netzbetreiber. Die im "Erneuerbare Energiengesetz" festgeschriebenen Subventionen versprechen sonnige Konditionen und lassen den "Investor" von Renditen deutlich über denen konventioneller Geldanlagen träumen. Nicht nur Hausbesitzer können von den Subventionen profitieren. Auch wer über kein eigenes Hausdach verfügt, kann solche traumhaften Renditen erwirtschaften, indem er sich an einer größeren "Gemeinschaftsanlage" beteiligt.
Nach dem Boom beim Bau von Windenergieanlagen sind nun Solarstromanlagen zum Renner geworden. Traumhaft, mit so einer Anlage neben dem eigenen Haushalt noch zwei bis drei Nachbarhaushalte gleich mit zu versorgen. Es müssen nur genügend Leute mitmachen, und wir brauchen keine anderen Kraftwerke mehr. Der Traum von der Zeit nach dem Ende der gefürchteten Atommeiler und der schmutzigen Kohledreckschleudern kann Wirklichkeit werden.
Woher kommt dann aber zu windstillen Abend- und Nachtzeiten der dann besonders benötigte Strom? Träumt vielleicht jemand von wirtschaftlich einsetzbaren Batterien und Akkumulatoren? Und wer beliefert unsere Industrie?
Am Ende des Traumes kommt hoffentlich die Erkenntnis, dass Wind und Sonne alleine den heutigen Energiebedarf nicht decken können. Zu dem Energiebedarf an sich kommen noch die Anforderungen an die Stromversorgung, die sich durch die heute erreichte Versorgungssicherheit ergeben, und auf die wahrscheinlich kein Verbraucher verzichten möchte.
Die einseitige Ausrichtung der Energiepolitik auf die so genannten erneuerbaren Energien hätte deshalb auf absehbare Zeit den Verzicht auf eine heimische und damit in eigener Verfügungshoheit befindliche Stromproduktion zur Folge, auch wenn die deutschen Versorgungsunternehmen ihre geschäftlichen Aktivitäten sicherlich auf einfache Weise ins Ausland verlagern könnten. Dabei entstehen spezifische Risiken und vor allem Abhängigkeiten von technisch, wirtschaftlich oder politisch Unwägbarem.
Jede Energieform und jede Energietechnik hat spezifische Vor- und Nachteile. Es gibt nicht die "ideale Energie". Nicht "entweder - oder", sondern "sowohl - als - auch" muss als Grundsatz für erneuerbare und nicht-erneuerbare Energieträger gelten.
Denn natürlich ist es sinnvoll, alternative Techniken in geeigneten Nischen einzusetzen, wie zum Beispiel im häuslichen Bereich die Warmwasserbereitung durch Sonnenkollektoren oder die Kraft-Wärme-Kopplung bei Blockheizkraftwerken. Der gleichwertige Ersatz von modernen Kohle- und Kernkraftwerken bei gleichzeitiger ausreichender und sicher verfügbarer sowie wirtschaftlich tragbarer Energieversorgung erscheint aber in überschaubarer Zukunft nicht machbar. Der Weiterbetrieb solcher Kraftwerke in einer für Klima und Umwelt verträglichen Form ist jedoch möglich.
Energiepolitik muss an den Bedürfnissen der Gesellschaft orientiert sein und darf nicht von parteipolitischen Ideologien geprägt werden. Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit sind gleichberechtigte Anforderungen an die verschiedenen Energieträger. Keiner von ihnen darf dabei aus rein politischen Gründen bevorzugt oder benachteiligt werden.
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