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Die Fortschreibung des "Bedarfsplanes für das Rettungswesen im Landkreis Verden" ist sowieso erforderlich, antwortete die Kreisverwaltung auf die zahlreichen Protestbriefe aus den Reihen der Oytener Sozialverbände. Hintergrund für die etwaige Verlegung der Rettungswache Oyten-Bassen nach Ottersberg ist aber ein anderer.
Schon im August hat der Landkreis Rotenburg auf Druck der Krankenkasse seine Notfallversor-gung neu zu regeln begonnen. Dabei wurde auf die Bereitschaft des Nachbarkreises Verden gesetzt - vorbehaltlich der Zustimmung der politischen Gremien - Sottrum mit zu versorgen. Sottrum ist aber wegen der gesetzlichen Vorgaben nur ausreichend versorgt, wenn die Rettungswache von Bassen nach Ottersberg verlegt wird. In Rotenburg regt sich nun erheblicher Protest bis hin zu massiven Demonstrationen in Tarmstedt und umzu wegen dieser Pläne. Beschlüsse hierzu sind bis heute nicht gefasst. Trotzdem wird beim Landkreis Verden schon so geplant, als ob die Verlegung der Rettungswache nicht mehr abzuwen-den sei. Oyten wird damit getröstet, dass dann in Zukunft sogar eine Verbesserung eintritt, denn die Versorgung wäre sowohl durch Achim als auch durch Ottersberg gewährleistet.
Dies kann aus Oytener Sicht in keinem Falle befriedigen.
Im Bundesvergleich hat Niedersachsen sowieso den niedrigsten Standard bei der Notfallversorgung, nach der flächendeckend sicher gestellt sein muss, dass die Eintreffzeit der Rettungsfahrzeuge am Einsatzort nicht länger als 15 Minuten betragen darf.
Theoretisch mag das nachzuweisen sein, doch die Praxis sieht anders aus.
Es ist zum Beispiel unmöglich, von der Achimer Rettungswache in Bierden zu den Altenheimen im äußersten Norden von Oyten-Sagehorn oder zu den Heimen in Oyten-Am Moor in dieser Zeit zu gelangen. Schließlich muss sich das Fahrzeug erst durch die Achimer Verkehr Hauptverkehrsachse quälen, um dann über Embsen zu Oytens verkehrsreichste Kreuzung L167/L168 zu gelangen und von dort entweder über die ampelgesteuerte Hauptstraße oder die kurvenreiche K2 zum Einsatzort zu kommen.
Auch das Argument, die Einsatzzahlen hätten sich verändert, zieht hier nicht. Nach der Statistik hatte Achim 2007 insgesamt 3231 Einsätze, davon 1595 Notfallrettungen. In Oyten allein gab es 1562 Einsätze und davon 799 Notfallrettungen. Zusammen sind das 4793 Einsätze oder - anders gerechnet - mehr als 13 Einsätze pro Tag, die bei einer Mitversorgung Oytens durch Achim zu bewältigen wären. Und davon wären mehr als die Hälfte ( 6,55 pro Tag ) Notfalleinsätze! Bezogen auf die Einwohnerzahl ergeben sich 209,5 Einsätze pro 1000 Einwohner. Das ist einsame Spitze!
Sollte nun Rotenburg also tatsächlich um Unterstützung bitten und die Verlegung der Bassener Rettungswache nach Ottersberg nicht zu verhindern sein, könnte die FDP mit dem Kompromiss leben, dass die Rettungswache Achim - einschließlich des neuen, zusätzlichen 24-Stunden-Fahrzeuges, welches angeschafft werden soll - komplett zur ehemaligen Straßenmeisterei an der Abfahrt Achim-Nord an der A 27 verlegt wird. Hier gibt es bereits geeignete Gebäude.
Der Vorteil wäre, alle Stadtteile Achims wären optimal zu erreichen, für die Einsätze auf den Autobahnen A 27 und A1 werden die Wege erheblich kürzer und alle Oytener Ortsteile - einschließlich der Streusiedlungen - wären entsprechend der Gegebenheiten ausreichend versorgt.
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