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Kaum ein Projekt ist in der Gemeinde Dörverden so unstritten wie das Amtshaus. Während die Sozialdemokraten von einem "Luxusbau" sprechen und ein Millionengrab befürchten, sehen Bürgermeister Rainer Herbst und die Christdemokraten im Aller-Erlebnis-Zentrum und dem Mehrgenerationenhaus eine Investition in die Zukunft.
Für die FDP-Landtagsabgeordnete Gesine Meißner, Vorsitzende des Ausschusses für Sozial- und Gesundheitswesen, Frauen und Familie und sachkundige Kennerin der Mehrgenerationenhäuser, Anlass genug, um sich gemeinsam mit dem stellvertretenden FDP-Kreisvorsitzenden Bernd Zerhusen vor Ort ein Bild von der Infrastruktur und insbesondere dem inhaltlichen Konzept und der Umsetzung in dem Haus machen zu können.
Bürgermeister Rainer Herbst und die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Ulrike Kraul, die gemeinsam mit Anne Puchter vom Heimatverein und Andre Schubert vom Aller-Erlebnis-Zentrum die Gäste im Amtshaus empfing, stellte zunächst die Räumlichkeiten vor, die es ermöglichen, alle Altersgruppen in die einzelnen Angebote einzubeziehen.
Für das Mehrgenerationenhaus übernimmt das Land jährlich Personalkosten in Höhe von 40.000 Euro. Der Förderzeitraum ist jedoch auf fünf Jahre begrenzt und wird letztmalig 2008 gewährt, wobei Jahr für Jahr über die Förderung entschieden wird. Was danach passiert, ist noch nicht absehenbar.
"Eine weitere Förderung könnten weder ich noch die Ministerin versprechen", gestand die Landtagsabgeordneteein, dass ein Stopp der Landesförderung Probleme schaffen könnte. Ihre Hoffnung setzt sie dabei auf die Familienministerin Ursula von der Leyen, die die Einführung von Mehrgenerationenhäusern auch auf Bundesebene plant, für die dann Bundesmittel greifen könnten.
Hauptidee ist nach wie vor, dass sich Jung und Alt unter einem Dach begegnen, in einer Gesellschaft leben und auch gemeinsam essen können; dies vor dem Hintergrung, dass es kaum noch Familien gibt, in denen drei Generationen unter einem Dach leben. Noch ist Niedersachsen das einzige Bundesland, in dem es Mehrgenerationenhäuser gibt, wobei bislang jeder zweite Landkreis über eine solche Einrichtung verfügt.
"Es ist nicht unsere Idee, die Förderung dauerhaft fortzuführen", stellte Gesine Meißner jedoch unmissverständlich klar, dass das Land sich über kurz oder lang zurückziehen wolle. Angesichts der prekären Haushaltssituation und der Tatsache, dass es sich bei der Förderung der Mehrgenerationenhäuser um eine freiwillige Leistung handele, gehe daran auf Dauer kein Weg vorbei. Insgesamt stehen in Niedersachsen in diesem Jahr für freiwillige Leistungen rund 46 Millionen Euro bereit, von denen eine Million Euro auf die Mehrgenerationenhäuser entfallen.
Bürgermeister Rainer Herbst setzt auf die Karte Bund, zumal Familienministerin Ursula von der Leyen im August ohnehin in Westen erwartet wird und dann vielleicht schon etwas mehr über die weiteren Mehrgenerationenhäuser und deren Förderung sagen kann..
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