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Seit vielen Jahren wird die umstrittene Y-Trasse, also eine Eisenbahntangente, die im Bereich Langwedel/Verden/Walsrode eine Verbindung zwischen der Verbindung Bremen/Hannover und Hamburg schafft, sehr kontrovers diskutiert. Die verständlichen und nachvollziehbaren Bedenken der Anwohner und Landwirte, die fürchten, dass Ihre dörflichen Strukturen und landwirtschaftlichen Flächen zerschnitten werden, stehen den Interessen der Wirtschaft gegenüber, die sich von einer solchen Verbindung eine zügigere Logistik erhoffen. Außerdem, so wird argumentiert, könnte diese zusätzliche Verbindung die Strecke zwischen Bremen und Hamburg entlasten und u.U. ermöglichen, dass mehr Güterverkehr auf der Schiene anstatt auf der Straße transportiert wird.
Auch in Vorwahlkampfzeiten muss man Menschen die Wahrheit sagen und darf ihnen keinen Sand in die Augen streuen. Hierzu gehört für mich, den Menschen zu sagen, dass für die Y-Trasse eine rechtskräftige Genehmigung existiert. Solange die Bahn die Y-Trasse so ausbaut, wie sie einst von Kaiser Wilhelm II. genehmigt wurde, haben Bürger, Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker keinerlei Einfluss.
Es muss auch zur Aufrichtigkeit von Politikern und Landtagskandidaten gehören, dass sie auch im Wahlkampf Meinungen vertreten, die möglicherweise wenig opportun aber trotzdem ihrer Ansicht nach richtig sind: Insbesondere in einem Flächenland wie Niedersachsen ist eine gut ausgebaute Infrastruktur – sowohl im Personennahverkehr wie auch im Güterlastverkehr – die Voraussetzung für Wachstum und Beschäftigung. Hierzu gehört der Bau der Y-Trasse ebenso, wie der gegenwärtig diskutierte bessere Anschluss von Bahnhöfen im Landkreis Verden, wie etwa Langwedel, an das regionale Verkehrsnetz. Wer gleichzeitig unsere Straßen entlasten, den CO2-Ausstoß reduzieren und die Attraktivität von Städten und Gemeinden im Umkreis eines regionalen Zentrums, wie etwa Bremen, erhöhen will, muss auf eine intelligente Koordination zwischen Güterlast- und Personennahverkehr setzen und beides ganzheitlich planen. Damit dies gelingen kann, müssen sowohl die Gemeinde, wie auch das Land und der Bund an einem Strang ziehen, damit so wichtige Verkehrsprojekte wie etwa gegenwärtig in Langwedel auch in Wahlkampfzeiten vorangebracht werden – diese Aufrichtigkeit sollten Politiker ihren Wählern schuldig sein!
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